Auf einen Blick
Big-Bag zu Siloauflieger Umladung ist eine logistische Operation, bei der Schüttgut (typisch PE/PP-Granulat) aus FIBC-Säcken direkt in den zylindrischen Tank eines Siloaufliegers transferiert wird — per Schwerkraft, ohne pneumatisches Transfersystem.
| Parameter | Wert |
|---|---|
| Durchsatz | 200 t/Tag |
| Big-Bag-Lager | 2000 Stück |
| Siloauflieger-Kapazität | typisch 60 m³ |
| 20’-Container-Umladung | 2,5–4 h |
| Standard | ISO 9001:2015 |
| Lage | Chorula, Polen, 4 km von A4, 180 km von der DE-Grenze |
Entscheidend: keine Pneumatik = keine Granulat-Fraktionierung, kein Kontaminationsrisiko aus dem Luftsystem. Das ist Anforderung von Großkunden wie LG Chem, Borealis, Synthos und HTNS Trading.
Warum Schwerkraft-Umladung bei PE/PP-Granulat entscheidend ist
Polyethylen (PE) und Polypropylen (PP) sind strategischer Rohstoff für die gesamte Kunststoffindustrie. Extruder, Spritzguss, Folienanlagen — alles beginnt mit Pellets in streng kontrollierter Geometrie (typisch 3–5 mm) und granulometrischer Verteilung.
Jede Umladung, bei der Granulat ein pneumatisches System durchläuft, birgt Risiken:
- Fraktionierung — Feinanteile (≤1 mm) trennen sich von der Hauptmasse. Das stört die Dosierung beim Endanwender, verursacht Prozessinkonsistenz und kann zusätzliche Sortierung erfordern.
- Staub (Angel Hair, Snake Skin) — Reibung zwischen Pellets und Rohrwand in Bögen erzeugt dünne Polymerfäden. Diese verstopfen Kundenfilter.
- Materialverlust — typisch 0,5–2 % bei pneumatischem Transfer (Staub in Filtern, Feinanteil in Zyklonen). Bei 24 t pro Charge sind das 120–480 kg.
- Kontaminationsrisiko — pneumatisches System nach anderem Material (z. B. Zement oder Mineralstaub) erfordert Tiefenreinigung, die nicht immer analytisch verifizierbar ist.
Schwerkraft-Umladung eliminiert alle diese Risiken. Der Big-Bag wird über den Einfüllstutzen gehoben und durch Schwerkraft in die Kammer entleert. Das Material durchläuft kein Gebläse und keinen Filter — physikalisch ist kein solcher Weg vorhanden.
Umladungs-Workflow — Schritt für Schritt
1. Anmeldung und Slot-Buchung
Standardmäßig 24–48 h Vorlaufzeit. Der Kunde liefert:
- Containernummer oder Lieferplan
- Materialspezifikation (Polymer-Typ, Schüttdichte, MFI/Grade)
- Kennzeichen des empfangenden Siloaufliegers
- Erforderliche Dokumente (CMR, Reinheitszertifikat, Qualitätsbericht)
Ein 4-Stunden-Slot wird im Zeitplan gesperrt. Eilige Lieferungen (unter 24 h) — individuell je nach Terminalauslastung.
2. Container-/Lieferungsannahme
Fahrer mit Container kommt am Terminal-Tor an (Chorula, Kościelna 9). Einfahrtsprozedur:
- Identifikation, Prüfung der Frachtpapiere
- Eingangswägung (brutto) auf LKW-Waage
- Anfahrt zur Entladestation
Zeit vom Tor zur Station: ~10 min.
3. Big-Bag-Entladung aus Container
Big-Bags (1000 kg Standard) werden mit Gabelstapler 5 t entladen. Ablauf:
- Big-Bag aus Container herausgezogen
- Zur Empfangszone oder direkt zum Siloauflieger gebracht
- Etiketten-Scan (falls Kunde Rückverfolgbarkeit verlangt)
Ein typischer 20’-Container fasst 20–24 Big-Bags je nach Größe. Entladung: 45–90 min.
4. Beladung des Siloaufliegers
Siloauflieger fährt zur Umladestation. Ablauf:
- Positionierung unter dem Einfüllstutzen (4" Storz oder PERROT M108)
- Kammerluke geöffnet
- Big-Bag über Stutzen gehoben (Gabelstapler mit Haken oder Hallenkran)
- Schwerkraft-Entleerung — ~3–4 min pro Big-Bag
Bediener überwacht den Granulatfluss visuell — bei Unregelmäßigkeiten (Klumpen, Fremdkörper) sieht das Verfahren Stopp und Meldung an den Kunden vor.
5. Endwägung und Dokumentation
Nach Beladung — Siloauflieger zur Ausgangswaage (netto). Brutto-Netto-Differenz = beladenes Materialgewicht. Wert geht ins Umladungsprotokoll zusammen mit:
- Auftragsnummer
- Start-/Stop-Datum und -Zeit
- Liste der Big-Bag-Kennungen (sofern beschriftet)
- Siloauflieger-Modell und Kennzeichen
- Unterschriften Bediener und Fahrer
Dokumentation in elektronischer Form (PDF, ZIP mit Fotos) und auf Papier bei Bedarf.
6. Kammerwäsche und Reinheitszertifikat
Standardprozedur beinhaltet Innenreinigung der Siloauflieger-Kammer vor Beladung. Für PE/PP-Granulat — trockene Druckluftreinigung + visuelle Kammerinspektion. Für Materialien mit höherem Standard (FDA-grade, medical-grade) — Nassreinigung mit Reinigungsmittel und Trocknung.
Reinheitszertifikat ist Standarddokument — von Produzenten regelmäßig bei Produktwechsel verlangt.
Technische Terminal-Parameter
Infrastruktur
- Lagerfläche: Halle ausgelegt für 2000 Big-Bags gleichzeitig
- Hallenhöhe: 6 m clear, 2-lagige Big-Bag-Lagerung möglich
- Umladestationen: 3 dedizierte Buchten mit Siloauflieger-Zufahrt von allen Seiten
- Waagen: 60-t-LKW-Waage mit nationalem Metrologiezertifikat, 2-t-Lagerwaage
- Gabelstapler: 3 Stück, 3,5–5 t Tragfähigkeit, lebensmittelzertifiziert (Linde, Toyota)
- Hallenkran: 5 t, volle Stationsabdeckung
- Feuchtekontrolle: Halle mit Entfeuchter für hygroskopische Materialien
Verarbeitete Materialien
| Kategorie | Beispiele | Hinweis |
|---|---|---|
| Polyethylen | PE-LD, PE-HD, LLDPE | Standard, höchster Durchsatz |
| Polypropylen | PP-H, PP-Co, PP-Random | Standard |
| Hygroskopisch | PA6, PA66, PET, PBT | Feuchte-Koordination nötig |
| Spezialitäten | PVC, PS, ABS, Regranulate | Fall-zu-Fall-Kontakt |
| Mineralien | Kalk, Mineralzement, Kreide | Nur nach Abstimmung — separate Bucht |
Qualitätsverfahren
- ISO 9001:2015 — dokumentierte und auditierte Verfahren
- Siloauflieger-Kammerwäsche — Standard vor jeder Beladung
- Visuelle Inspektion — Bediener beobachtet Fluss während der Umladung
- Kontrollsieb — optionales 1–10 mm Sieben bei Kontaminationsverdacht
- Zertifizierte Waagen — Metrologie-Kalibrierung, volle Dokumentation
Kunden und Case Studies
Das Terminal in Chorula bedient Großkunden in ganz Europa. Regelmäßige Umladungen für:
- LG Chem — PE/PP-Granulat aus Gdańsk-Hafen → Siloauflieger zu Werken in PL/DE
- HTNS Trading — Rohstoff für Kunststoffindustrie, regelmäßiges Volumen
- Borealis — Koordination der Umladungen aus Wien
- Synthos — polnisch produziertes Granulat zu Endkunden
- Weitere Empfänger in Polen und der gesamten EU
Umladung in Chorula verkürzt die Logistikkette:
- Ohne Chorula: Gdańsk-Hafen → Bahn-/Straßencontainer → Kundenlager (mit Big-Bags) → manuelle Extruderbeschickung
- Mit Chorula: Hafen → Container → SMIALA-Umladung → Siloauflieger → direkt zum Kundensilo
Einsparung: Wegfall manuelles Big-Bag-Öffnen beim Kunden, Wegfall Lagerverarbeitung, Reduktion Verpackungskosten.
Verpackungsformate
Big-Bag (FIBC)
Häufigstes Format. Säcke 500–1500 kg, meist 1000 kg ≈ 1 m³ PE. Material: gewebtes Polypropylen, vierschlaufig, mit oder ohne Auslauftülle. Vierschlaufige vereinfachen den Betrieb — Hebung mit Gabelstapler-Traverse.
Octabin
Achteckiger Karton-Behälter ~700 kg, typisch für:
- Polyamide (PA6, PA66) — feuchteempfindlich, Octabin bietet Schutz
- Manche hochwertige Regranulate
- Technische Polymere (PC, POM, PEEK) in kleineren Mengen
Octabin-Umladung unterscheidet sich — erfordert manuelles Karton-Öffnen über dem Stutzen. Zeit: ~5–7 min pro Octabin.
25-kg-Säcke
Format für kleinere Chargen oder Spezialkompositionen. Folien- oder Papiersäcke, typisch 55 Säcke × 25 kg = 1375 kg/Palette. Manuelle Umladung — Bediener öffnet Säcke über dem Trichter oder direkt über dem Siloauflieger-Stutzen.
Seecontainer
20’- und 40’-Container mit Big-Bags, Octabins oder Säcken. Container fährt auf Rampe, Entladung mit Gabelstapler, Weiterverarbeitung nach internem Verpackungsformat.
Dokumentation und Compliance
ISO 9001:2015 Standard
Alle Operationen nach ISO-Verfahren dokumentiert. Interne Audits jährlich, externe Zertifizierung durch akkreditierten Auditor. Kunden können verlangen:
- Standard Operating Procedures (SOP)
- ISO-Audit-Ergebnisse
- Vorfallsberichte (falls vorhanden)
Anforderungen von Großkunden
Kunden wie LG Chem haben interne Qualitätsverfahren — typisch:
- Pflichtige Siloauflieger-Kammerwäsche mit Dokumentation
- Kein Materialkontakt mit pneumatischem System
- Reinheitszertifikat pro Umladung
- Batch-Rückverfolgbarkeit bis auf Big-Bag-Ebene
Alle diese Anforderungen sind in unseren Standardprozess eingebaut — kein zusätzliches Setup nötig.
Lebensmittelhygiene
Für food-grade und FDA-grade Materialien — lebensmittelzertifizierte Gabelstapler (weiße Reifen, food-grade Öle), sanitäre Bedienerverfahren, Nassreinigung der Kammern mit food-grade Reinigungsmittel und Trocknung.
Logistik und Standort
Adresse: PHS Magnum, ul. Kościelna 9, 47-316 Chorula, Polen
Zufahrt:
- Von Autobahn A4 (Abfahrt Gogolin): 4 km
- Von Oppeln (Opole): 25 km, 30 min
- Von der polnisch-deutschen Grenze (Zgorzelec): 180 km, 2 h
- Vom Hafen Gdańsk: 480 km
Öffnungszeiten: Montag–Freitag 06:00–20:00, Samstag 07:00–15:00. Bei eiligen Lieferungen — Koordination außerhalb der Zeiten möglich.
Dedizierte Telefonnummer: +48 664 135 005 — erreichbar 06:00 bis 22:00.
E-Mail: biuro@magnumchorula.pl
Buchung und Kontakt
Standard-Bestellablauf:
- Anfrage — Telefon oder E-Mail, mit Angabe: Materialtyp, Volumen, Verpackungsformat, Frequenz, Zieltermin
- Individuelles Angebot — Antwort innerhalb 2 Werkstunden
- Lieferankündigung — 24–48 h vor Lieferung
- Durchführung — Umladungs-Slot zum vereinbarten Zeitpunkt
- Dokumentation — Protokoll und Zertifikate elektronisch nach Abschluss
Bei regelmäßigen Verträgen — Rahmenvertrag mit Account-Manager, Priorität in der Disposition, monatliche Fakturierung.
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