Auf einen Blick
Ein Siloauflieger ist ein Sattelauflieger mit zylindrischem oder kegelförmigem Druckbehälter für Schüttgut. Beim Kunststoffgranulat-Transport sind zwei Entladesysteme verbreitet: Schwerkraftentladung (Kegelboden) und Druckluftentladung (Pneumatik). Das SMIALA-Terminal in Chorula (Polen, A4) lädt ausschließlich per Schwerkraft um – zum Schutz der Materialqualität von PE- und PP-Granulaten.
Aufbau eines Siloaufliegers
Ein moderner Siloauflieger (auch Silotankauflieger oder Schüttgutauflieger genannt) besteht aus folgenden Hauptkomponenten:
Tank/Behälter: Aluminium- oder Stahltank, meist in Zylinder-Kegel-Form. Das Volumen reicht bei Kunststoffaufliegern typischerweise von 35 m³ (kompakte Zwei-Achser) bis 65 m³ (dreiachsige Großraumauflieger). Manche Spezialausführungen erreichen 70–72 m³ für leichte Güter wie Expandit oder EPS.
Kammern: Der Tank ist durch Schotte in 2 bis 5 Kammern unterteilt. Mehrere Kammern ermöglichen den gleichzeitigen Transport verschiedener Materialien oder Chargen – wichtig für die Chargentrennung bei technischen Polymeren.
Fülldome/Mannlöcher: Oben am Tank befinden sich ein oder mehrere Füllöffnungen (Dome), durch die das Material beim Beladen eingefüllt wird. Durchmesser: häufig 400–600 mm.
Entladeeinheit: Je nach Aufliegerbauart:
- Kegelboden (Schwerkraft): Kegelförmiger Boden mit Klappenschieber. Granulat fließt ohne externe Energie nach unten in den Kundenbunker.
- Druckluftsystem (Pneumatik): Kompressor oder Fahrzeuganschluss erzeugt Überdruck im Tank; Material wird durch Rohre gedrückt. Typisch für Mehl, Zement oder feingranulare Produkte.
Fahrgestell und Achsen: Standardmäßig 2- oder 3-Achser, auf Wunsch mit Liftachse. Gesamtgewicht (zulässig): 40 t auf Bundesstraße, für Silotransporte häufig Überlängen-/Übergewichtsgenehmigung erforderlich.
Siloauflieger Volumen: Praxisübersicht
| Aufliegertyp | Volumen | Nutzlast PE-Granulat (ca.) | Achsen |
|---|---|---|---|
| Kompakt (2-Achser) | 35–40 m³ | 19–22 t | 2 |
| Standard (3-Achser) | 50–58 m³ | 28–32 t | 3 |
| Großraum (3-Achser) | 60–65 m³ | 33–36 t | 3 |
Nutzlast basierend auf Schüttdichte PE-Granulat 560 kg/m³; tatsächliche Nutzlast hängt vom Eigengewicht des Aufliegers ab.
Schwerkraftentladung vs. Druckluftsystem: Was ist besser für PE/PP?
Für Polyethylen- und Polypropylen-Granulate empfehlen erfahrene Logistiker ausnahmslos die Schwerkraftentladung. Die Gründe:
Fraktionierung vermeiden: Pneumatische Systeme erzeugen Luftströmungen, die Partikel nach Größe und Masse trennen. Das Ergebnis ist eine inhomogene Schüttgutmischung im Kundensilo – mit messbaren Abweichungen im Schmelzflussindex (MFI) zwischen Befüllbeginn und -ende.
Elektrostatik ausschließen: Reibung in pneumatischen Rohrleitungen lädt PE- und PP-Granulate elektrostatisch auf. Feine Partikel haften an Siloinnenwänden und führen zu Reinigungsaufwand, Materialschwund und im ungünstigsten Fall zu Brandgefahr (ATEX-Zonen).
Kompressorverunreinigung: Druckluftsysteme enthalten Kompressor, Ölabscheider, Lufttrockner und Feinfilter. Jede Komponente ist ein potenzieller Kontaminationsweg. Für Food-Contact-Rezepturen oder medizintechnische Compounds ist das ein K.O.-Kriterium.
DGUV und Arbeitssicherheit: Schwerkraftentladung erfordert weniger druckbeaufschlagte Komponenten, vereinfacht die Prüfpflichten nach BetrSichV und senkt das Unfallrisiko beim Öffnen von Drucksystemen.
Das SMIALA-Terminal setzt ausschließlich Schwerkraftumladung ein – ein Qualitätsmerkmal, das Kunden wie LG Chem und HTNS ausdrücklich fordern.
Bulk-Transport Kunststoffgranulat: Einsatzbereiche
Siloauflieger für Kunststoffgranulat bedienen folgende Industriezweige in der DACH-Region:
Compoundierer und Rezyklat-Aufbereiter: Empfangen sortenreine PE/PP-Granulate in Siloaufliegern für kontinuierliche Produktionslinien.
Verpackungsmittelhersteller: Folienproduzenten (z. B. Stretch- und Blas extrusionsfolie) benötigen homogene, staubfreie Granulatzufuhr direkt in die Extruder.
Automobilzulieferer: PP-Compounds für Spritzguss-Interieurteile werden häufig im 25–30-Tonnen-Lot per Siloauflieger angeliefert.
Logistikdienstleister und Handelslager: Umschlagterminals wie SMIALA nehmen Big-Bag-Ware aus Korea oder anderen Quellen an und verteilen sie bulk per Siloauflieger an weiterverarbeitende Betriebe in Deutschland, Österreich und der Schweiz.
Silotankauflieger Aufbau: Hersteller und Normen
In der DACH-Region dominieren folgende Hersteller: Feldbinder (DE), Spitzer (DE), Feldbinder Belgium, Stokota, Lag. Die Behälter müssen – je nach Druckstufe – nach EN 13094 (metallene Schwerkrafttanks für gefährliche Güter, Betriebsdruck ≤ 0,5 bar) oder ADR-Tankcode (Abschnitt 6.8) zertifiziert sein. Für Schüttgut ohne Druckeinstufung gilt die GGVSEB in Verbindung mit ADR Abschnitt 6.8.
Regelmäßige Prüfpflichten: äußere Prüfung (jährlich), Innenprüfung und Dichtigkeitsprüfung (alle 2,5 Jahre für ADR-Tanks), Druckprüfung (alle 5 Jahre).
SMIALA: Siloauflieger-Beladung am Terminal Chorula
Das SMIALA-Terminal (PHS Magnum, Chorula k. Opola) liegt direkt an der Autobahn A4 – 180 km von der deutsch-polnischen Grenze, ideale Anbindung für Kunden in Sachsen, Brandenburg und Bayern.
Beladungskapazität: Bis zu 200 Tonnen PE/PP-Granulat täglich. Mehrere Siloauflieger können gleichzeitig beladen werden.
Lager: 2.000 Big-Bag-Stellplätze; separate Lagerung nach Materialtyp und Charge möglich.
Qualitätssystem: ISO 9001:2015. Jede Beladung wird mit Wiegeprotokoll, Big-Bag-Seriennummern und Fahrzeugdaten dokumentiert.
Kontakt für Beladetermin:
- Telefon: +48 664 135 005 (Mo–Fr 06:00–20:00, Sa 07:00–15:00)
- E-Mail: biuro@magnumchorula.pl
Verwandte Seiten: Umladung · Dienstleistungen

