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PE/PP-Granulatimport aus Korea — Logistikweg bis zur Anlage

Umschlag von Granulat aus Big-Bags auf Siloauflieger

Auf einen Blick

Der Importweg für koreanisches PE/PP-Granulat führt von Fabriklagern in Busan, Daesan oder Ulsan per Seefracht nach Hamburg oder Bremerhaven, dann per LKW zu einem Binnenlandterminal, das Big-Bags in Siloauflieger umlädt, und schließlich direkt in die Silos der Verarbeiter in Deutschland, Österreich oder der Schweiz. Das SMIALA-Terminal (Chorula, Polen, A4) ist als zertifizierter Umschlagpunkt für LG Chem und HTNS-Lieferungen in dieser Kette fest etabliert.


Warum importieren DACH-Verarbeiter Polymerengranulat aus Korea?

Die koreanische Petrochemie hat sich in den letzten zwei Jahrzehnten zum bedeutenden Versorger des europäischen Kunststoffmarktes entwickelt. Unternehmen wie LG Chem, Lotte Chemical und Hanwha Solutions exportieren PE (LLDPE, HDPE, LDPE) und PP (Homopolymer, Random-Copolymer, Block-Copolymer) in Qualitäten, die europäische Tier-1-Verarbeiter für anspruchsvolle Anwendungen schätzen:

  • Konsistente MFI-Bandbreite – geringe Charge-zu-Charge-Streuung, kritisch für Hochgeschwindigkeits-Blasextrusion
  • Zertifizierte Food-Contact-Grades – EU-konform, relevant für Lebensmittelverpackungen
  • Technische Compounds – Additiviertes PP für Automotive-Spritzguss, HDPE für Druckrohre

Für viele mittelständische Compoundierer und Folienproduzenten in Bayern, Sachsen oder Niederösterreich stellen koreanische Importeure eine wichtige Diversifizierungsquelle neben europäischen Anbietern wie Borealis, Sabic oder INEOS dar.


Logistikweg Korea → DACH: Schritt für Schritt

Schritt 1: Produktion und Verpackung in Korea

PE- und PP-Granulat verlässt die Produktionsanlage (z. B. LG Chem Daesan Complex, Lotte Chemical Ulsan) im Qualitätsbeutel mit Chargennummer und MFI-Zertifikat. Die Abfüllung in FIBC (Big-Bags, 1000–1250 kg) erfolgt an vollautomatisierten Abfüllanlagen. Pro 20-Fuß-Container passen typischerweise 18–22 Big-Bags (18–22 Tonnen Nutzlast).

Container werden im Hafen Busan, Pyeongtaek oder Incheon auf Direktdienste nach Europa geladen.

Schritt 2: Seefracht nach Hamburg oder Bremerhaven

Koreanische Reedereien (HMM, Pan Ocean) und internationale Carrier (Evergreen, ONE, Yang Ming) bedienen wöchentliche Direktdienste Korea → Nordeuropa mit Transitzeiten von 25–30 Tagen. Die meisten Sendungen laufen über Hamburg (Hamburger Hafen, HHLA-Terminals) oder Bremerhaven (Eurogate).

Für Bulk-Polymer gelten im Seefrachtvertrag keine Gefahrgutvorschriften (ADR/IMDG) – Standard-FCL oder LCL-Booking. Temperatursensitive Grades (z. B. bestimmte EVA) können Kühltransport erfordern.

Schritt 3: Containerabfertigung im Hafen und Weitertransport

Nach dem Löschen im Hafen erfolgt die Zollabfertigung (Einfuhranmeldung nach UZK, EORI-Pflicht). Anschließend transportiert ein Hauliage-Dienstleister den Container per LKW oder Bahn ins Binnenland. Die Strecke Hamburg → SMIALA-Terminal Chorula (Polen) beträgt ca. 700–750 km, Fahrzeit ca. 8–10 Stunden.

Siloauflieger Beladung Hafen: Alternativ ist eine direkte Entleerung der Big-Bags am Hafen möglich – aber wirtschaftlich nur sinnvoll, wenn ein Siloauflieger direkt im Hafenbereich wartet. Für die meisten mittelständischen DACH-Verarbeiter ist der Binnenlandumschlag kosteneffizienter.

Schritt 4: Big-Bag Umschlag Deutschland/Polen – Terminal SMIALA

Am SMIALA-Terminal in Chorula, unmittelbar an der Autobahn A4, werden die Container entladen:

  1. Eingangswiege – Brückenwaage erfasst Bruttogewicht.
  2. Containerlöschung – Gabelstapler setzt Big-Bags ins Lager oder direkt an die Beladestelle.
  3. Qualitätserfassung – jeder Sack wird auf Schäden geprüft, Seriennummer und Chargennummer werden erfasst.
  4. Schwerkraftumladung in Siloauflieger – Big-Bags werden per Hallenkran oder Gabelstapler auf den Füllstutzen des Aufliegers gehoben. Granulat fließt ohne Pneumatik per Schwerkraft in den Behälter.
  5. Ausgangsdokumentation – Wiegeprotokoll mit Nettomasse, Lotnummern und Fahrzeugdaten.

Der gesamte Umschlag für einen 20-Fuß-Container (ca. 20 t) dauert typischerweise 3–5 Stunden inklusive Dokumentation.

Schritt 5: Siloauflieger-Zustellung zum Verarbeiter

Der beladene Siloauflieger verlässt Chorula und fährt direkt zum Kundensilo in Deutschland oder Österreich. Typische Fahrtstrecken vom Terminal:

  • Dresden / Leipzig: ca. 280 km, 3 h
  • München: ca. 470 km, 5 h
  • Wien: ca. 350 km, 3,5 h
  • Frankfurt: ca. 620 km, 6 h

Beim Kunden erfolgt die Schwerkraftentladung direkt in den Produktionssilo – keine Zwischenbehälter, kein Umfüllen.


Qualitätssicherung entlang der gesamten Kette

PE/PP-Granulat ist zwar kein Gefahrgut, aber ein Qualitätsprodukt mit engen Spezifikationsbandbreiten. Entscheidend für die DACH-Verarbeiter:

Chargenverfolgbarkeit: Jeder Big-Bag trägt Chargennummer, MFI-Zeugnis und Herstellercode. SMIALA dokumentiert jeden Sack im Wareneingang und -ausgang. Die Verknüpfung Hersteller-Lot → SMIALA-Umschlagprotokoll → Siloauflieger → Kundensilo ist lückenlos.

Keine Pneumatik: Die Schwerkraftmethode schließt Fraktionierung und Kompressorverunreinigung aus – gerade bei LG Chem Spezialitygrade und HTNS-Lieferungen ist dies eine vertragliche Anforderung.

ISO 9001:2015: Das Qualitätsmanagementsystem des SMIALA-Terminals ist zertifiziert. Audits durch Kunden oder deren Lieferanten sind willkommen.


Polymerengranulat Import Korea: Zusammenfassung für DACH-Einkäufer

Wer koreanisches PE/PP in Deutschland, Österreich oder der Schweiz verarbeitet, braucht einen zuverlässigen Umschlagpunkt, der:

  • nahe an den Autobahnen liegt (SMIALA: A4, 180 km von der DE-Grenze)
  • Schwerkraftentladung anbietet, um die Materialspezifikation zu erhalten
  • ISO-zertifiziert dokumentiert für Lieferantenaudits
  • eigene Siloauflieger einsetzen kann für die letzte Meile

Das SMIALA-Terminal erfüllt alle diese Anforderungen und bearbeitet täglich bis zu 200 Tonnen PE/PP-Granulat aus Big-Bag-Lieferungen.

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